Medaka Gesellschaft Deutschland e. V.

Der Verein für den Japanischen Reisfisch.         ドイツメダカ協会

Outdoor Haltung im Teich, Miniteich, Seerosenbottich und Mörtelkübel

Da es sich bei dem Medaka - im Gegensatz zum Koi - um relativ kleine Tiere mit einer Größe 3-5 cm handelt, können die Tiere auch in relativ kleinen Teichen mit einem Volumen von 60-200 Litern problemlos gehalten und gezüchtet werden. Je größer der Teich, umso weniger intensiv sind allerdings auch die damit verbundenen Reinigungs- und Erhaltungsarbeiten. Man sollte jedoch bei der Standortwahl seines Teiches darauf achten, dass falls dieser den ganzen Tag in der prallen Sonne steht, dieser auch während extremen Hitzeperioden durch Sonnensegel und dergleichen abgedeckt werden kann, damit das Wasser nicht überhitzt. Medaka vertragen zwar Temperaturen von bis zu 34 Grad, jedoch kann gerade an sehr sonnigen Tagen die Temperatur u. U. auch noch höher klettern, wenn der Behälter auch Nachts schlecht auskühlen kann. 

Bei der Anschaffung der Tiere, kann man mit einigen wenigen Tieren/Paaren beginnen. Die Population der Medaka steigt bei guter Haltung und fehlenden Fressfeinden von ganz alleine.

Es ist nur die Frage, ob Sie sich dabei auf eine spezielle Zuchtform festlegen möchten, oder ob Sie sich einen bunten Mix zulegen möchten. Alle Zuchtformen Japanischer Reisfische verpaaren sich auch untereinander. Legen Sie sich reinerbige Tiere zu (wirkliche Reinerbigkeit gibt es bei den Medaka eigentlich nicht, es fallen auch immer wieder anders aussehende Tiere in einem/jedem Stamm), dann sind die Kosten dafür auch höher. Sagen Sie sich jedoch bewusst Mixtiere (aus verschiedenen Arten/Formen/Farben) sind für mich genauso schön, dann liegt die Preisklasse meist deutlich niedriger.

Ein naturbelassener Teich ohne Filteranlage ist für diese Tiere ideal. Medaka benötigen keinen Filter. Ein ständiges "gegen den Strom schwimmen" ist den Tieren sogar unangenehm. In der Natur kommt der Medaka in stehenden Reisfeldern oder langsam fließenden Bewässerungsgräben vor. In den Sommermonaten ist jedoch eine Belüftung - gerade in kleinen Teichen ohne Filter - empfohlen. Mittlerweile gibt es diese Pumpen mit Solarbetrieb schon für wenige Euro im Fachhandel zu kaufen.

Medaka benötigen in Ihrem Teich etwas Bodengrund. Dieser kann aus Lava, kleinem Kies oder Bonsaierde (Akadama) bestehen. Pflanzen- und Algenwachstum fördert das Wohlbefinden und die Jungtieraufzucht. An den Pflanzen können nicht nur die weiblichen Tiere ideal die Laichtrauben abstreifen, nein auch Jungtiere können sich in dem Pflanzendickicht sehr gut verstecken und nutzen die Algen auch gleichzeitig als Aufzuchtfutter. Anflugfutter wie z. B. junge Mückenlarven sind ideal für die Tiere als Lebendfutter, allerdings kommen leider gerade in ländlichen Bereichen nicht nur diese Tiere angeflogen, sondern auch Libellen. Die Larven dieser Tiere verspeisen gerne Medaka Eier und Jungtiere. Möchten Sie also möglichst viele Tiere aufziehen, dann ist es ideal ein relativ feinmaschiges Insektennetz über den Teich zu spannen.

Die Teichpflege ist der Jahreszeit anzupassen. Haben Sie kleiner Bottiche, so müssen diese im Frühjahr wieder komplett neu angelegt und „eingefahren“ werden. Es beginnen zuerst die Algen zu wachsen sobald die ersten Sonnenstrahlen auf unseren Teich treffen. Eine Beschattung durch Wasserpflanzen dauert noch etwas an. Deshalb ist es hier wichtig, die Nährstoffe zu binden. Eine Überprüfung der Wasserwerte sollte regelmäßig durchgeführt werden.

Im Sommer sinkt der Sauerstoffgehalt im Teich durch die ansteigenden Temperaturen. Hier ist wie bereits erwähnt eine zusätzliche Sauerstoffversorgung empfehlenswert. Durch einsetzenden Regen und Gewitter sinkt die Wasserhärte enorm. Unter Umständen ist hier eine zusätzliche Stabilisation mit einem Wasserzusatz notwendig. Führen Sie auch hier immer wieder einen Wassertest durch. Auch sollte darauf geachtet werden, dass bei starken Regenfällen die Fische nicht mit dem Wasser aus dem Behälter gespült werden.

In den Herbstmonaten müssen die Tiere und der Teich langsam auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden. Entweder der Teich wird komplett aufgelöst und die Tiere werden langsam über Tage hinweg an die wärmeren Temperaturen im Haus gewöhnt, oder sie verbleiben ganzjährig außen. Der Teich sollte vor dem Winter dann jedoch noch einmal gut gereinigt werden. In den Teich fallendes Laub sollte entfernt werden, abgestorbene Pflanzenteile ebenfalls. Gerne können Sie im Herbst die Teichpflanzen etwas ausdünnen. So spriest im Frühjahr alles wieder wie neu. Die Tiere sollten am Ende der Wärmeperiode tagsüber noch einmal kräftig und abwechslungsreich gefüttert werden, damit sie dann die kalte Jahreszeit am Grund des Teiches gut überstehen können. Mit sinkender Temperatur - und damit sinkender Aktivität wird allerdings immer weniger Nahrung aufgenommen, sodass überschüssiges Futter auch die Wasserqualität stark belasten kann.

Wenn der Teich jedoch eine genügende Tiefe von je nach Bundesland/Region von 120-150 cm aufweist, dann können die Tiere durchaus auch ganzjährig draußen gehalten werden. Da Medaka Temperaturen von 4 - 34 Grad problemlos überstehen, ist hier ein Abfischen der Tiere im Herbst/Winter nicht unbedingt notwendig. Mit einem Eisfreihalter und u. U. einer gezielten Durchlüftung unter dem Eisfreihalter, können Sie auch ein komplettes Zufrieren meist verhindern. Wer jedoch eine Pumpe im Teich laufen hat, der sollte diese nicht an der tiefsten Stelle platzieren, da sie sonst auch diesen Bereich durchmischt. An der tiefsten Stelle des Teiches ist die Temperatur bei 4 Grad und hier sollen auch die Tiere ungestört überwintern.

Meist klappt es aber auch ohne Eisfreihalter, denn Medaka sind durchaus auch wie Goldfische oder andere Teichbewohner in der Lage auch im Schlick und zwischen den Pflanzenwurzeln am tiefsten Teil des Teiches auch bei völlig geschlossener Eisdecke zu überwintern. Sie suchen dazu den Bodengrund auf und verweilen meist unbeweglich die kalte Jahreszeit auf dem Boden. Es bleibt dann aber auch immer ein Restrisiko, dass es gut geht. Wichtig ist zu wissen, dass man keinesfalls den Fehler machen darf und irgendwo im Winter in die geschlossene Eisdecke ein Loch zu schlagen. Die Erschütterungen der Schläge verschrecken die Tiere derart, dass sie in heilloser Panik durch den Teich schießen und ggf. höhere Wasserlagen aufsuchen. Hier würden sie dann einfrieren und verenden.

Nicht alle Winter in unseren Gefilden sind extrem kalt. Es kann auch hier immer wieder zu relativ warmen Perioden kommen in denen die Tiere plötzlich wieder durch den Teich schwimmen und nach Futter suchen. Wenn Sie dann gemäßigt zufüttern bitte auf leicht verdauliches Futter achten, das nicht allzu lange im Verdauungstrakt der Tiere verweilt.

Hinsichtlich der Ganzjahresfütterung für Medaka kann keine verbindliche Angabe gemacht werden. Es gibt Regionen in Deutschland, da kommen noch genügend Pollen und Anfluginsekten und der Teich wimmelt von Lebendfutter. Leider gibt es aber gerade in städtischen Bereichen auch genau das Gegenteil. Hier finden sich zum Teil keine Insekten mehr ein. Sollte Ihr Teich - wie bereits beschrieben - mit einem Insektenschutz versehen sein, dann müssen Sie natürlich auch die Tiere mit gutem, aus dem Fachhandel stammendem Futter versorgen.

Bitte beobachten Sie Tiere und den Teich immer gut. Haben Sie das Gefühl, sie betteln an der Oberfläche nach Futter, dann bitte zusätzlich füttern. Jagen sie aber munter im Teich dem vorhandenen Lebendfutter nach und machen einen gut genährten Eindruck, dann kann ein zusätzliches Füttern sogar schädlich für die Wasserqualität sein. Denn wenn die Tiere das Futter dann nicht beachten und es nur zu Boden sinkt, verdreckt das Wasser und kann u. U. sogar kippen.

Medaka sind aufgrund Ihrer Unkompliziertheit, Ihrer geringen Größe, Ihrer Verträglichkeit wirklich ideale Teichbewohner und es macht immer wieder Freude, die kleinen bunten Flitzer von Ufer aus zu beobachten.

Text: Karin Ketzinger